Ralf Bleckmann

Ralf Bleckmann ist am 21.05.2016 im Alter von 53 Jahren verstorben. Viel zu jung, unerwartet für die, die glaubten ihn gekannt zu haben, unter schwer zu begreifenden Umständen, vorhersehbar für ihn selbst.

 

Als ich vor über 20 Jahren enttäuscht von meinen Fotos aus einem Portugal-Urlaub zurückkehrte und ihn als Kollegen um Hilfe bat, riet er mir zum Kauf einer gebrauchten analogen Spiegelreflexkamera mit einem Weitwinkelobjektiv. Das war der Moment, als ich begann weniger zu knipsen und mehr zu fotografieren. Auch danach haben wir uns gern über die Fotografie ausgetauscht und er war immer ein guter Zuhörer und kompetenter Ratgeber.

 

Manchmal war er auch weniger von der Lösung als vielmehr von dem Problem fasziniert. Dann redete er zu viel und vergaß schließlich die eigentliche Frage. Das machte ihm nichts, er konnte praktisch zu jedem Thema referieren. Aber diese Marotte sah ich ihm gerne nach, denn er hatte ein stets freundliches und hilfsbereites Wesen.

 

Ich bin sicher, dass er Tausende guter Fotos im Laufe der Jahre gemacht hat, die er aber leider nie mit der Welt geteilt hat. Warum weiß ich nicht. Ich würde gerne glauben, dass er sich selbst genug war und sich seine Fotos ab und an bei einer Pfeife zufrieden angeschaut hat. Sicher bin ich mir da leider nicht.

 

Danke Ralf, ich habe viel von Dir gelernt. Durch Dein Leben und auch durch Deinen Tod.

 

Ich wünsche weiterhin allzeit gutes Licht!
Thomas Stephan von wenigerknipsen.de


Rald Bleckmann schrieb in der fotocommunity über sich selbst:

 

Meine fotografischen Ambitionen begannen 1975 mit einer Agfamatic 4000 (siehe auch Foto). Das war eine der "Ritsch-Ratsch-Klick" Pocket-Kameras von Agfa, bei der das Spannen des Verschlusses und der Filmtransport durch Zusammendrücken des Kameragehäuses erfolgt. Ein Geräusch, dem ich ebenso wie dem satten Auslösen einer Mittelformat bei dem Auslösen der heutigen Digitalkameras manchmal nachtrauere. Ich habe die Kamera anlässlich dieser Vorstellung aus Neugier aus den Tiefen des Wohnzimmerschrank heraus gekramt. Sie sieht noch wie neu aus und funktioniert noch einwandfrei .. und tatsächlich, da ist noch ein mit 6 Bildern teilbelichteter Film drin. Ich werde Ihn mal vollmachen und bin schon gespannt, was da nach 30 Jahren noch drauf ist.

Die Ergebnisse waren seinerzeit in Anbetracht des Negativformats 13 x 17 mm aus heutiger Sicht weniger als bescheiden, aber die Möglichkeit, Eindrücke auf Dauer festzuhalten, fand ich seitdem faszinierend. Nachdem sich nach der Konfirmation die Frage einer „Investition“ stellte, habe ich mich anstelle eines Mofas für die seinerzeit neu auf dem Markt erschienene Canon AE1 entschieden. Im Laufe der Zeit habe ich die Möglichkeiten einer Spiegelreflex sukzessiv ausgelotet.

Um die heute im Rahmen der Bildbearbeitung selbstverständlichen Möglichkeiten der Bildgestalltung (Ausschnittswahl, Tonwert- und Belichtungsgestalltung) zu nutzen, habe ich mich mit einem Freund zusammengetan und in einem Dachboden ein SW-Labor (DURST M605) aufgebaut. Die alten SW-Bilder finde ich auch heute noch besser als so manches „bunte“ Digitalfoto. Nach einem „Aufstieg“ ins Mittelformat (Mamiya 645) wechselte ich mit einer Canon D300 in die digitale Welt und fotografiere derzeit mit einer Canon D40 und für das leichte Gepäck mit einer Canon G11.

Wenn ich ein Bild sehe, stelle ich mir immer die Frage, warum ich es gut oder schlecht finde. Dies ist dabei nicht immer so einfach zu beantworten. Eine erste Hilfe war dabei ein recht einfaches Buch für Fotoanfänger (Günter Richter : Der Weg zu besseren Bildern), das sich auf einfache Weise mit den Gesetzen guter Bildgestaltung auseinandersetzt. Tipps dabei war: Weniger ist mehr, Das magische Dreieck, Die dynamische Diagonale; Suche nach dem Horizont; Das Gute liegt so nah; Der Blick hindurch; Punkt und Kontrapunkt; Ein Motiv hat mehrere Gesichter; Strukturen führen das Auge uvm.

Auch viele Fotobücher später versuche ich immer wieder diese einfachen Regeln anzuwenden und so zu guten Foto zu kommen. Das Entscheidende dabei ist allerdings – wie ich immer wieder feststelle – ein gesundes Maß an Disziplin und Geduld. Gute Motive verführen häufig dazu, sich zu schnell mit einem Ergebnis zufrieden zu geben. Im Nachhinein trauere ich manchmal den verpassten Chancen nach, das Motiv und seine Möglichkeiten vollständig zu erkunden (s.o. „Ein Motiv hat mehrere Gesichter“). Das ist wohl manchmal einfach auch einem anstrengenden Reisetag geschuldet.

Bei den Motiven bin ich im Grunde nicht festgelegt.


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