wenigerknipsen-Fotokritik #6

Staffelung teilt das Foto in Ebenen und erzeugt Tiefe

Fotograf: Nick Scheerbart, Quelle: unsplash.com/@nck
Fotograf: Nick Scheerbart, Quelle: unsplash.com/@nck (licensed under "Creative Commons Zero")

Wie schon in Fotokritik Nummer 3 angesprochen, fehlt der Fotografie die dritte Dimension, so dass dem Betrachter der Eindruck räumlicher Tiefe anders vermittelt werden muss. Viel früher als die Fotografie sah sich auch schon die Malerei mit demselben Problem konfrontiert. Hier entwickelte sich das Prinzip der Aufteilung des Bildes in mehrere Ebenen, was man auch als "Staffelung" bezeichnet. Diese Ebenen sind klassischerweise der Vordergrund, der Mittelgrund, der hintere Mittelgrund und der Hintergrund. Vereinfacht kann man auch von drei Ebenen (Vorder-, Mittel- und Hintergrund) ausgehen.

 

Der Fotograf Nick Scheerbart hat sich dieses Gestaltungsprinzip bei seinem Foto der Hamburger Speicherstadt zunutze gemacht und erzeugt so geschickt den Eindruck räumlicher Tiefe. Der Vordergrund besteht aus dem Ausflugsschiff, das von den eindrucksvollen Lagerhäusern an beiden Seiten flankiert wird. So entsteht nebenbei auch eine Referenz zu den Größenverhältnissen und der imposanten Höhe der aus Backsteinen gebauten Fassaden der Lagerhäuser. Der Mittelgrund ist die erste Brücke über den Kanal, die in der Bildmitte positioniert ist. Der "hintere Mittelgrund" ist die zweite Brücke und das Lagerhaus mit dem spitzen Aufbau. Beide liegen schon in einer Art Nebel, der durch UV-Licht und die Luftfeuchtigkeit entsteht und den Eindruck der Entfernung zum Standort des Betrachters verstärkt. Der Hintergrund ist der Himmel, der hier jedoch keine Zeichnung aufweist, sondern komplett weiß ist. Durch diese Staffelung entsteht der Eindruck einer Dreidimensionalität des Fotos, was man auch als Tiefeneindruck beschreiben kann. Die perspektivisch zur Bildmitte hin verlaufenen Linien auf den Fassaden verstärken diesen Tiefeneindruck zusätzlich.

 

Als Brennweite kam ganz offensichtlich ein leichtes Weitwinkel-Objektiv zum Einsatz. Da der Fotograf die Kamera vollkommen horizontal ausgerichtet hat, kam es zu keinen "stürzenden Linien". Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit sind bezüglich der Bildgestaltung hier vollkommen irrelevant.


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