wenigerknipsen-Fotokritik #5

Brennweite als Mittel der Bildgestaltung

Fotograf: Crew, Quelle: unsplash.com/@crew
Fotograf: Crew, Quelle: unsplash.com/@crew (licensed under "Creative Commons Zero")

Die Brennweite des verwendeten Objektivs bestimmt den Winkel der Szenerie, den man noch auf das Foto bekommt. Besonders kurze Brennweiten werden als "Weitwinkel" bezeichnet, lange Brennweiten als "Tele". Objektive, die nur eine feste Brennweite besitzen, werden konsequenterweise "Festbrennweiten" genannt. Solche Objektive, die einen ganzen Bereich mehrerer Brennweiten abdecken, werden als "Telezoom" oder kurz "Zoomobjektive" bezeichnet. Je weiter der Winkel, desto breiter und höher ist der Bereich, der auf dem Foto festgehalten wird.

 

Die Betreiber der Plattform "unsplash.com", auf der Fotos veröffentlicht werden, die man frei und ohne Einschränkungen der Urheberrechte verwenden darf, haben mit dem oben abgebildeten Foto eine sehr schöne, große Halle in Montreal (Kanada) mit beeindruckenden Säulen, Treppenaufgängen und einer aufwendigen Deckenkonstruktion fotografisch festgehalten. Ohne das verwendete Weitwinkelobjektiv (14mm @KB) hätte nur ein kleiner Ausschnitt fotografiert werden können, beispielsweise die drei Sessel. So aber vermittelt das Foto einen Eindruck der Größe und der ausladenden Dimensionen dieses Gebäudes. Die Brennweite ist also ebenfalls ein Mittel der Bildgestaltung, denn sie bestimmt, wie viel auf dem Foto letztendlich zu sehen ist.

 

Ein Nebeneffekt kurzer Brennweiten ist in dem Foto ebenfalls gut nachvollziehbar: So kippen die eigentlich senkrecht stehenden Säulen und Wände anscheinend zur Bildmitte hin. Man nennt diesen meist ungewollten Effekt auch "stürzende Linien".

 

Die Blende war bei der Aufnahme zumindest so weit geschlossen, dass die Schärfentiefe groß genug war, um sowohl die Sessel im Vordergrund, als auch die Fenster im Hintergrund gleichermaßen scharf abzubilden (geschätzt f/8). Ein Stativ kam vermutlich nicht zum Einsatz, denn Weitwinkelobjektive sind meist relativ lichtstark, so dass kurze Belichtungszeiten auch in Innenräumen möglich bleiben. Je nach Lichtverhältnissen vor Ort, der Lichtstärke des konkret verwendeten Objektivs und dem Umstand, ob aus der Hand oder vom Stativ fotografiert wurde, wird die ISO-Empfindlichkeit ggf. etwas erhöht worden sein. Für die Bildwirkung sind mit Ausnahme der Brennweite diese Werte aber irrelevant.


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